Willkommen bei Klaus Kirschbaum in Köln
Willkommen bei Klaus Kirschbaum in Köln

An dieser Stelle notiere ich jetzt jeden Tag ein Thema, das mich bewegt, interessiert, geärgert oder gefreut hat, das mir begegnet ist ... 

Tagebuch 

20. Februar 2024

Täglich neue Infos von der 74. Berlinale bei Radio1 vom rbb ... heute dann auch über einen Film, auf den ich mich besonders freue: Des Teufels Bad. Schon das Entree ist prickelnd: "Oberösterreich im Jahr 1750: Ein Karpfenteich reflektiert das Grau des Himmels. Ein tiefer, dunkler Wald schluckt das Sonnenlicht. Auf einem Hügel wird eine Hingerichtete zur Schau gestellt. Als Exempel. Als Warnung. Ein Omen?...", so geht aus dem Programm hervor.  "Mit dabei das heimische Regie-Duo Veronika Franz und Severin Fiala mit dem Historien-Schocker Des Teufels Bad - ein abgründiges Psychodrama über eine junge Frau im 18. Jahrhundert, die aus ihrer erzwungenen Ehe ausbrechen will und zur Mörderin wird. Anja Plaschg, besser bekannt als Musikerin Soap&Skin spielt die Hauptrolle in diesem Film, der auf historischen Protokollen basiert und ein bisher unbeleuchtetes Kapitel europäischer Frauengeschichte in den Fokus stellt," das ist eben die Besonderheit - die Ausnahmemusikerin ist auch Schauspielerin, wie sie schon mehrfach gezeigt hat (Die Geträumten) - und hier der Trailer.

Kölnischer Kunstverein: Noch bis zum 24. März 2024 HOI KÖLN Teil 3: Albtraum Malerei. Unten eine Collage u.a. mit dem großartigen alten Treppenhaus. " ... Vor dieser eckigen Leere könnte alles werden. Der Horizont des Möglichen scheint offen. In jedem Moment wird ein Einfall durch das Bewusstsein zucken und alles auf die Leinwand bringen. Es könnte noch besser kommen, wenn der Pinsel nur anfinge und sich das Bild wie im Schlaf ohne mich malte. Die Leere leuchtet verheißungsvoll, aber das sind Augenblicke. Schon der erste Strich ruiniert, was gerade noch vorstellbar war. Er zeigt das Lächerlichste. Und mit jedem weiteren Strich geht es weiter bergab ....," so die malerischen Ausführungen des Kunstvereins.

19. Februar 2024

Eigentlich hatte mich meine älteste Tochter schon vom Film überzeugt, bevor ich mir die Kritiken angeschaut habe: Geliebte Köchin“ ist in all dem kulinarischen Bombast erstaunlich sinnliches, erstaunlich körperliches Kino und mehr noch. Tran Anh Hung taucht mit seinem üppigen Exzess in eine ganze historische Kultur des Essens ein, die die Küche zum magisch schimmernden Ort verklärt, aber nie dessen Identität als mühsamen Arbeitsplatz verleugnen kann. Das Verzehren zelebriert man rituell: Jede sinnliche Erregung will man genießen. Düfte inhaliert man in einer Szene schwitzend unter weißen Tüchern. Aber wie sieht es hinter den Kulissen aus?" so filmstartsAuf jeden Fall für jeden Hobbykoch ein Muss. Die Zeit verging wie im Fluge ... und ein Franzose, und eine Beziehungskiste 'auf historisch', was will man mehr.

18. Februar 2024

Trump zu einer Strafe von mehr als 350 Mill. US-Dollar verurteilt - und er verkauft Trump-Sneakers seit heute für 399 US-Dollar. Das ganze kann man eigentlich nicht ernstnehmen. Es wird also ernst! 

Ganz ernst nehmen kann man auch nicht das Theater um den früheren Dauer-Fußballmeister Bayern München - nun hat er als Tabellenzweiter auch gegen Bochum verloren! Da wird man als Top-Trainer eigentlich von Uli Hoeness gleich entlassen. Freue mich schon auf die Schlagzeilen der nächsten Tage!

Führe ja nicht Buch, aber der Frühling hat mich heute doch überrascht. Boten sind immer der 'weiße Baum' im benachbarten Wald und mein 'früher Flieder' (in der Collage rechts oben) ... Jetzt will ich nur hoffen, dass doch nicht wieder ein später Frost kommt. Meine Ziermandelbäumchen sind darauf schon mehrfach reingefallen ...

17. Februar 2024

Das kommt davon, wenn man tagsüber Radio1 vom rbb hört, und nicht den langweiligen Sender 'Radio Köln'. Eigentlich war ich mit Julia im Odeon verabredet, Rickerl stand auf dem Programm. Doch das war heute kein guter Zeitpunkt. Wegen einer Großdemo „Freiheit für A. Öcalan“ - vor 25 Jahren wurde er inhaftiert - blieben Rheinbrücken und so viele Straßen gesperrt, dass ein Durchkommen weder für Bahnen, noch für Taxen, die in Deutz ohnehin nicht standen, möglich war. So habe ich dann aus meiner 'to see-Liste' Schock in den Lichtspielen Kalk, dem einzigen rechtsrheinischen Kino, herausgesucht. So viel Blut und Grausamkeit hatte ich nicht vermutet, aber die Filmaufnahme in Köln-Ehrenfeld haben mich entschädigt. „Der Film erzählt auf konzentrierte Weise und mit stilvollem Gespür für gut entwickelte, eruptive Genre-Gewalt die Geschichte eines ehemaligen Arztes, der sich zu weit auf die Nachtseite traut,“ schreibt Filmstarts - echt spannend, allerdings sind auch etliche negative Kommentare im Netz.

Apropos 'Öcalan und Kurden' ... Ohne Frage sind die Kurden das größte Volk ohne eigenen Staat. Doch die Gewalt eskalierte seit dem Ende des Osmanischen Reichs im 1. Weltkrieg - eine mehr friedvolle Entwicklung wie die Geschichte der Unabhängigkeit der Inder und Pakistani blieb den Kurden versagt. Die Chance der Versöhnung und des Ausgleichs hat Erdogan leider verpasst - er hat sich stattdessen daran persönlich profiliert.

16. Februar 2024

 "Alexej Nawalny ging durchs Leben, als gäbe es keinen Tod. Das ist vielleicht das Erstaunlichste an diesem erstaunlichen Mann. Seit er die russische Politik betreten und sich offen mit dem Kreml angelegt hatte, wurde er vor Angriffen auf sein Leben und seine Gesundheit gewarnt. Aber nicht einmal der Giftanschlag, den der russische Geheimdienst 2020 auf ihn verübte, hat ihn davon abhalten können, weiter das zu tun, was er wollte: als Politiker gegen Putins Regime zu kämpfen," so Spiegel-online heute. Nawalny war wirklich eine Ausnahmeerscheinung in der russischen Politik. Nach dem mutmaßlichen Nervengiftanschlag auf ihn vor mehr als drei Jahren und seiner Behandlung in der Berliner Charité, habe ich nicht verstanden, dass er zurück nach Russland ging - wo er sofort verhaftet und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Für solche Fälle ist eigentlich das Asylrecht gedacht. Ich habe ihn damals nicht verstanden - es hat heute wohl nur wenige Menschen gegeben, die über seinen Tod überrascht waren. Im Asyl hätte er wahrscheinlich mehr erreichen können, hier sein Vermächtnis!

Heute Vernissage in und vor der Labor Projektgalerie in der Ebertplatzpassage. Objekte von Una Sörgel sind aus Papier, Peddigrohr und Kreidegrund. Die Objekte von Axel Fabry zeigt auf Dosen basierende Blockbilder mit verschiedenen Materialien. Finissage ist am 8. März 2024. Ein Highlight für den ansonsten immer noch tristen Platz, der immer noch unter pöbelnden Kleindealern leidet. Und da es sich bei ihnen auch noch junge Leute mit Migrationshintergrund handelt, diskreditieren sie auch noch heimische und hierher geflohene Migranten. 

15. Februar 2024

Wieder ein toller Musikabend im Blue Shell ... mit der weitgehend unbekannte britischen Band  St.Agnes - drei Gitarren und ein Schlagzeug, Und dabei eine unglaubliche Powerfrau Kitty Austen. In der Februar-Ausgabe schreibt die Stadtrevue: "Man denkt schnell an die Nine Inch Nails und Trent Reznor, dessen Sound von Frontfrau Austen stets als maßgeblicher Einfluss bezeichnet wird. Die Gitarren haben dennoch diesen tollen Grunge-Edge und meist wird ziemlich frontal ins Gesicht gerockt - man spürt den Geist der Counterculture durch die Musik wehen."  Die Konkurrenz ist groß - zeitgleich spielte auch Jerome Miniere (Chanson, Pop) im Jaki und Margot Erkner (Rock, Experiment) im Sonic Ballroom). Und nebenan im Luxor spielte Dirty Honey ...

14. Februar 2024

Noch bis zum 20. Februar läuft sie, die Ausstellung in der Alten Feuerwache im Agnesviertel: WERT / SCHÄTZEN – Eine Ausstellung über Anerkennung in der Migrationsgesell­schaft. Frage: "Wie kamen und kommen Menschen in unserer Gesellschaft an? Wie werden sie hier wahrgenommen, behandelt und gesehen? Welche Rolle spielen dabei Geschlecht, rassistische Zuschreibungen, soziale Herkunft sowie finanzielle Verhältnisse? Oder anders formuliert: 

Was ist der Mensch wert? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Menschen der Stadtgesell­schaft – gemeinsam mit der Kuratorin İdil Efe (Berlin), den Ausstellungsbauern von Kollektiv Plus X (Leipzig) sowie dem DOMiDLabs Projektteam – im dritten Labor des Projekts DOMiDLabs. Darüber hinaus überlegten sie gemeinsam, wie eine (re-)aktive Dauerausstellung gestaltet sein kann, um aktuelle Debatten und neueste Erkenntnisse aufzugreifen und um dem Publikum Möglichkeiten zur Ergänzung und Kommentierung zu bieten. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist WERT / SCHÄTZEN – Eine Ausstellung über Anerkennung in der Migrationsgesellschaft." Was ich auch mitgenommen habe: Es wird in 2025 auf dem ehemaligen Werksgelände der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (Hallen Kalk) u.a auch ein besonderes Museum entstehen: "Haus der Einwanderungsgesellschaft" - mit den Exponaten aus dem DOMiD-Archiv, das "Gedächtnis der Migrationsgesellschaft" in der Venloer Str. 419. Wird in Kürze Ziel meiner Erkundung sein ...

13. Februar 2024

Da habe ich etwas verpasst: Damo Suzuki ist am vergangenen Freitag gestorben, wie ich in dieser Nacht erfahren habe. Der Kölner aus Japan war in Musikkreisen weltweit bekannt und verehrt. Mit Damo Suzuki nahm die legendäre Kölner Band CAN ihre wichtigsten Alben auf. Hier die Nachrufe von Spiegel-online und des Kölner Stadtanzeigers.

"Hätte uns jemand vor zehn Jahren erklärt, ein republikanischer Bewerber um das Amt des US-Präsidenten würde den Schutzschirm der Nato über Europa wegziehen und den russischen Präsidenten ermuntern, den einen oder anderen Staat anzugreifen – wir hätten ihn für verrückt erklärt," so die Berliner Morgenpost im Kommentar heute. Stimmt. Allerdings verdränge ich das Problem noch, wohl fast alle anderen auch.

Auf der anderen Seite heute der schönste Veedelszug Kölns, der Südstadtzug - bunt, jung und lustig. Habe wieder hinter den Rollstuhlfahrerinnen an der Severinstorburg gestanden - man hat freie Sicht und kann die ganzen Kamelle und Strüßjer gleich weitergeben ...  

Rosenmontag 2024

In bester Populistenmanier: "Der Widerspenstigen Dehnung"! Hier hatte das Team Kritzelköpp die Idee, Wagenbauer war wieder Werner Blum, mein Favorit. Und mit dem Götz-Zitat dann der 'Kallendresser', eine historisch-kölsche Figur, die ihr Geschäft in die Regenrinne macht. Hier scheißt er auf die immer lauter werdenden Nazis ... vom gleichen Team! Glückwunsch!

Es war mit logistischen Schwierigkeiten verbunden, aber diesmal mit der S-Bahn zum Cinenova nur mit 15 Minuten Verspätung nach Ehrenfeld gekommen - auch während der Karnevalszeit ist Zeit für Ernstes ... "Stella. Ein Leben" ist die Geschichte einer jungen jüdischen Frau im Nazideutschland, die keinen anderen Ausweg für sich sieht, als andere Jüdinnen und Juden zu verraten. Schon die Roman-Biografie von Takis Würger über die Figur von Stella Goldschlag löste 2019 eine kontroverse Diskussion aus. Dem nicht auf dem Roman basierenden Film dürfte es nicht anderes ergehe," so der NDR. 'Kontroverse Diskussion', o.k., aber das Urteil ist eindeutig, wenn auch nicht für alle.

11. Februar 2024

Karnevalssonntag ist 'traditionell' Kneipenkarneval im Stüsser auf der Neusser Straße im Agnesviertel  angesagt. Es ist auch der Tag im Jahr, an dem ich Kölsch trinke, so wie hier alle anderen. Allerdings sind hier praktisch alle voll textsicher - ich verstehe nur einzelne Worte oder Sätze, da ich normalerweise keine Karnevalsmusik höre oder mitsinge. Aber Schunkeln, Polonäse usw. geht immer!

10. Februar 2024

Eigentlich habe ich im Laufe der Jahre alle 'Veedelszüge' in den diversen Kölner Stadtteilen gesehen ... aber in Worringen, am nördlichen Zipfel Kölns, war ich nie. Also habe ich die Reise über die neue Autobahnbrücke westlich von Leverkusen genommen (dort warteten bereits die Zuschauer des Spiels gegen Bayern München auf der Balustrade der BayArena), denn es handelt sich beim Worringer Zug um einen Fackelzug, der um 18 h in der Pankratiusstraße losgeht, und der 'zur Abholung des Prinzen' dient. Und dann erfuhr ich, dass dort Sonntag um 14 h auch noch ein Kinderzug durch Worringen läuft. Motto: "De janze Schull es en Karnevalsenergie", und dass am Rosenmontag um 10 h dort ein weiterer Zug läuft unter dem Motto "Alles es jeck opjelade". Und als ich wieder zuhause war, erfuhr ich, dass Leverkusen die Bayern 3 : 0 geschlagen und nun 5 Punkte Vorsprung hat - Klasse, die Hoffnung wächst, dass mal nicht die Bayern Meister werden!

Unten einer der vielen Nubbel, die man derzeit über den kölschen Kneipen sehen kann, so auch über der Eingangstür des Stüsser auf der Neusser Straße im Agnesviertel. Und um Mitternacht am Veilchendienst wird dieser Nubbel dann unter Wehklagen der bierseligen Karnevalsjecken verbrannt. In diesem Jahr werde ich wohl zur Severinstorburg gehen, wo die KG Ponyhof aktiv ist ...

9. Februar 2024

Fachkräftemangel in Deutschland - Zuwanderer in Arbeit bringen - Anerkennungsverfahren von Berufen vereinfachen ... alles nur Gerede, so meine Erfahrung. Nach zwei Jahren warten auf die Antwort kam die Absage, weil eines der 8 Semester eines Dipl. Elektro.Ing.-Studiums ein Praxissemester war. Nun geht es bei einem meiner Mentees um die Anerkennung seiner Konditorenausbildung. Hier ist die Handwerkskammer zuständig: "Das Anerkennungsverfah­ren ist gebührenpflichtig und kostet - unabhängig vom Ergebnis - zwischen 100 € und 600 €." Nun haben wir die Unterlagen zusammen, u.a. ganz viele amtlich beglaubigte Übersetzungen von Zeugnissen und Zertifikaten. Als ich sie vorbeibringen wollte, erfuhr ich, dass die ganzen Unterlagen digital als pdf-Dateien per Mail geschickt werden müssen. Denke mal, dass das nicht allzu viele Flüchtlinge einen PC und einen Scanner haben ... und auf das Ergebnis bin ich nur leidlich gespannt.

 

Der Postillon hat es köstlich formuliert ... aber im Ernst: Was war das für eine peinliche Show. Hier wurdem ja alle Fakten verdreht. Nie war es einfacher als heute zu unterscheiden zwischen 'gut' und 'böse' ... Allerdings sind alle benachteiligt, die ausschließlich bestimmten Telegram-Kanälen folgen!

Weiberfastnacht 2024

Wieder erst Karnevalsprogramm im Berufskolleg an der Lindenstraße ... originell wie immer, sowohl die 'Alten' als auch die 'Neuen'

.... und dann zusammen dank 'VIP-Armbändchen' ins Grünfeld an der Aachener, Auftakt des Kneipenkarnevals an den TOP-Tagen! Erstaunlich immer wieder, dass viele Karnevalsjecken so lange draußen vor der Kneipentür ausharren, bis sie endlich rein dürfen ...

7. Februar 2024

Politische Nachricht für den Kölner Karneval: "Die Kneipe „Lotta“ am Kartäuserwall 12 in Köln ist nicht nur für ihre roten Wände und Spielübertragungen des 1. FC Köln bekannt. Auch politisch engagiert sich die Trinkstätte, wie der neuste Facebook-Beitrag unter Beweis stellt. Die Ansage für den Kölner Karneval ist eindeutig! „Wir wollen zeigen, dass Köln gerade an Karneval politisch donnern kann“, beginnt die Kneipe ihren Aufruf in dem Facebook-Post vom 5. Februar 2024 und fügt an: „Deswegen gibt es das Kölsch auch nicht für alle, denn Nazis gehen leer aus!“ Gemeinsam mit dem Bündnis „Donnern gegen Rechts“ fordert „Lotta“, dass alle um 12.05 Uhr auf Weiberfastnacht einen bestimmten Song ertönen lassen: „Kein Kölsch für Nazis“ von Querbeat, Brings und Lugatti & 9ine," so entnehme ich dem Express online. Dann bin ich ja mal gespannt, wie oft ich das Lied morgen hören werde.

Heute habe ich festgestellt, dass es nur noch Stunden sind, bis die ersten Frühblüher bei mir in Bad usw. aufblühen - dann ist wie in jedem Jahr Schluss mit dem beleuchteten Weihnachtsbaum draußen auf der Terrasse. Erstaunlich: obwohl er fast zwei Monate da steht, ist bis heute keine Nadel gefallen!

6. Februar 2024

Das Spiegel-online News-Briefing heute um 18 Uhr bringt es auf den Punkt: "Die Junge Alternative (JA) vertrete weiterhin »einen völkisch-abstammungsmäßigen Volksbegriff«, urteilte heute das Verwaltungsgericht Köln. Der Erhalt des deutschen Volkes in seinem ethnischen Bestand und nach Möglichkeit der Ausschluss »ethnisch Fremder« sei eine zentrale politische Vorstellung der JA. Dies stelle einen Verstoß gegen die Menschenwürde dar. Hinzu komme bei der JA eine »fortgeführte massive ausländer- und insbesondere islam- und muslimfeindlichen Agitation«. Asylbewerber und Migranten würden »pauschal verdächtigt und herabgewürdigt. Einwanderer werden allgemein als Schmarotzer und kriminell bezeichnet oder in anderer Weise verächtlich gemacht und dadurch in ihrer Menschenwürde missachtet.« Zudem agitiere die JA gegen das Demokratieprinzip und unterhalte Verbindungen zu als verfassungsfeindlich eingestuften Organisationen wie der »Identitären Bewegung«." Derweil lamentiert Chrupalla bei Lanz ... einfach peinlich.

Glück gehabt: Als Mitglied der Historischen Gesellschaft Köln e.V. war ich heute eingeladen, bei einer Führung unter dem Dom teilzunehmen. Und niemand geringerer als Prof. Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin von 1999 bis 2012 in Köln, hat dies selber in die Hand genommen - absolute Fachfrau in Dingen des Doms ...  Und unter dem Dom ist deshalb so viel geforscht worden, weil der Dom von 1945 bis 1956 'geschlossen' war. Erst nach Abschluss aller Untersuchungen zu den Kriegsfolgeschäden war er wieder zugänglich - und seit vielen Jahren auch unterirdisch. Römische Häuser in der Nachbarschaft zur römischen Stadtmauer, Gräber aus fernen Zeiten der Franken und Karolinger, dann zwei Vorgängerkirchen (u.a. der 'Alte Dom') und schließlich das Fundament des neuen Domes aus dem 13. Jahrhundert sind hier gut zur Hälfte bereits ausgegraben und dokumentiert - ein interessanter Nachmittag!

5. Februar 2024

Viele Fußballfans sind bekanntlich nicht die Hellsten; sie schlagen sich gern gegenseitig auf die Rübe. So lese ich jetzt: "Bedenklicher Abschluss eines eigentlich perfekten FC-Abends! Nach dem sportlichen Kräftemessen zwischen dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt (2:0) sorgte am Samstag (3. Februar 2024) kilometerweit vom Rhein-Energie-Stadion entfernt eine Fan-Schlägerei für Aufsehen. Am Rochusplatz an der Kreuzung Venloer Straße/Äußere Kanalstraße sollen sich bis zu 100 Personen aus den Fan-Lagern beider Vereine zu einer Schlägerei versammelt haben. Die Polizei Köln hat Ermittlungen wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung aufgenommen, es soll mehrere Verletzte gegeben haben."

Fußballfans schlagen sich bekanntlich nicht nur gern, sie beleidigen auch gern 'gegnerische Fans' „Es gibt nur einen lächerlichen DFB … und zwei Geschlechter!“ (Leverkusen-Fans) oder „Es gibt viele Musikrichtungen, aber nur zwei Geschlechter.“ (Dresden-Fans). Der DFB bestraft solche Dinge ...

"Was folgt daraus?" fragt Spiegel-online: "Leider nicht viel. Die Kulturkämpfer von rechts verkennen, dass es sich bei dem Spruchband der Leverkusen-Fans nicht um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Geschlecht handelte, sondern einzig um die Absicht, andere Menschen zu beleidigen, und zwar in erster Linie gegnerische Fußballfans. Die en passant geschmähten trans und nicht-binären Menschen sind einfach Kollateralschaden, wie so oft. Man würde sich eine faktenbasierte Debatte wünschen, in der mehrere Wahrheiten nebeneinander existieren dürfen: Die überwiegende Mehrheit der Menschen sieht sich als männlich oder weiblich. Es gibt Menschen, die sich nicht als männlich oder weiblich identifizieren, und keins von all dem ist besser oder schlechter als das andere."

Dann in dieser Nacht die Doku über die Belagerung Leningrads während des Zweiten Weltkriegs in der ARD. "Über eine Million Menschen sind während der Belagerung Leningrads durch die Wehrmacht 1941 bis 1944 ums Leben gekommen. Der Dokumentarfilm "Leningrad. Stimmen aus einer belagerten Stadt" erzählt die Geschichte der Leningrader Blockade aus der Sicht derer, die sie erlitten, in Tagebuchauszügen und privaten Notizen. Sommer 1941: Vor den Toren Leningrads steht die deutsche Wehrmacht. Hitler nennt die Stadt ein "Giftnest" und befiehlt im September 1941, dass die Stadt "zerschossen und ausgehungert" werden soll ..."  Erinnerungen an kaum vorstellbares Leid ...

4. Februar 2024

"Sming ist eine interaktive Klanginstallation. Die Ausstellungsbesucher haben die Möglichkeit sich selbst als Chor zu dirigieren. Aus einem eingesungenen Ton wird ein vollständiger Chor – vom Bariton bis zum Sopran – komponiert. Mit einem magischen Taktstock kann der Besucher die Kontrolle über Rhythmus und Intensität der Musik übernehmen," so die Ankündigung der Installation Sming von SUPERBE (Gaëtan Libertiaux und  Gaël Bertrand). Heute, am letzten Tag in der Kunststation St. Peter in Neumarktnähe, habe ich sie mir angeschaut. Es ist schon stark, was sich die beiden Künstler da haben einfallen lassen. Wirklich magisch ... 

3. Februar 2024

Eigentlich hat man als Kölner im Laufe der Jahre genug Kostüme, um in der Karnevalszeit täglich zu wechseln - doch es macht auch Freude, die Basare mit gebrauchter oder selbstgeschneiderter Karnevalskleidung zu besuchen. Und irgend etwas nimmt man dann auch mit - ich empfehle immer die Lutherkirche in der Südstadt !

Heute beginnt schon der Kölner Karneval, der Geisterzug ist unterwegs, wenn es dunkel wird:

"Blutunterlaufene Augen, fahle Gesichter, Krallen statt Fingernägel: Finstere Kreaturen wandeln im Geisterzug durchs dunkle Köln. Dabei ziehen die Jecken am Samstag vor dem Start des Straßenkarnevals auf einer jährlich wechselnden Zugstrecke durch die Kölner Innenstadt oder die Stadtteile. In der Session 2024 sind die Geister im rechtsrheinischen Buchheim und Mülheim unterwegs. Verkleidet sind sie so düster wie zu Halloween – nur eben mit karnevalistischer Note, zum Beispiel als Zombie mit Pappnase. Am Geisterzug kann jeder spontan und ohne Anmeldung als Geist oder dunkle Gestalt teilnehmen. Der Zug steht jedes Jahr unter einem Motto, welches meiste von aktuellen politischen Ereignissen inspiriert ist. „Mer klävve am Levve – Jeister trecke för Hück un Morje“ („Wir kleben am Leben – Geister für Heute und Morgen)“ So ist das  Motto der aktuellen Session ... Los ging es heute in der Wichheimer Straße, Ende am Wiener Platz in Mülheim - habe ich nicht erreicht, denn der Nieselregen nervte.

2. Februar 2024

Heute wurde ich an die 60. Biennale erinnert -  sie findet vom 20. April bis 24. November 2024 in Venedig statt und ich will wieder dabei sein. Steht nur noch nicht fest, an welchen Tagen.

Am heutigen Freitag ist wieder Verkehrsstillstand, die KVB wird bestreikt. Daher habe ich mir endlich vorgenommen, weiter an meiner Homepage zu basteln. Vorab habe ich gestern Abend schon die Seite für die 'Alte Bruchmühle bei Vellahn' zusammengestellt ... der romantischste Ort in ganz Mecklenburg!

Bei der Horbach-Stiftung derzeit zu Gast: Victoria Bell, US-amerikanische Künstlerin; sie lebt seit 1969 in Köln und arbeitet im Wechsel hier sowie in ihrem Atelier in Albuquerque. "Sie schafft mit ihren groß dimensionierten Skulpturen aus Eichen- und Zedernholz mit Stahlkomponenten kraftvolle Setzungen im Raum. „Bildhauerei ist Landschaft“, sagt sie."

Dazu eine Sonderausstellung in 'Raum 4': Annah Lot Nkyalu schafft lebensechte Portraits mit Kugelschreiber (unten links); typisch für Evarist Chikawe sind kräftige Farben und komplexe Muster (unten rechts). Haji Chilonga ist der dritte Künstler -  mein Favorit, unglaubliche Ausstrahlung! Alle Künstler stammen aus Tansania. Nun unterstützt Michael Horbach mit seiner Stiftung also nicht nur kubanische und südamerikanische Künstlerinnen, sondern auch afrikanische ...

1. Februar 2024

Große Unternehmen sind betroffen: "Durch das EU-Lieferkettengesetz sollen große Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie etwa von Kinder- oder Zwangsarbeit außerhalb der EU profitieren. Größere Unternehmen müssen zudem einen Plan erstellen, der sicherstellt, dass ihr Geschäftsmodell und ihre Strategie mit der Einhaltung der Pariser Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung vereinbart sind."  Und es ist typisch, es verwundert nicht, dass ausgerechnet die bundesdeutsche FDP diese EU-Regelung verhindern will. Die fadenscheinige Begründung: "Selbststrangulierung unseres Wirtschaftsstandorts" ... zwar gegen Kinder- und Zwangsarbeit sei die FDP, aber es darf nicht zu Problemen für die deutsche Wirtschaft führen ... es bleibt eben ein Problem, wenn in der Koalition eine Partei ist, die sich selbst und anderen immer wieder ein Existenzrecht beweisen will/muss.

Das ist mir auch noch nicht passiert: Um 18.30 h kam ich am Heumarkt an mit der Linie 9, mit der 106 wollte ich planmäßig weiter zum Odeon-Kino. Der Bus kam mit jeder Grünphase etwa einen Meter auf die Haltestelle zu ... und so ging es weiter. Praktisch ruhender Verkehr zwischen Heumarkt, Rheinuferstraße und Auffahrt zur Severinsbrücke. Um 19.30 h kam ich im Odeon an. da war das Gespräch vorab über die aktuelle Situation an den EU-Außengrenzen fast vorbei - den Film Green Border habe ich also noch in voller Länge mitbekommen:  "Der Welt entweicht die Farbe. Nur wenige Sekunden darf der Wald grün schimmern, auf den „The Green Border“ anfangs blickt. Dann kippt das Bild ins Schwarz-Weiße und die Farbe wird bis zum Schluss nicht wiederkehren. Agnieszka Holland hat sich in ihrer langjährigen Karriere schon mit so manchem Verbrechen, so mancher historischen Katastrophe auseinandergesetzt, darunter dem Holocaust in „Hitlerjunge Salomon” oder dem Holodomor in „Red Secrets”. Im Alter von 74 Jahren bringt sie nun ein Werk heraus, das in der jüngeren Gegenwart verankert ist. „The Green Border” setzt 2021 ein und wirft einen verstörenden Blick auf die humanitäre Katastrophe an der europäischen Außengrenze." Wie erwartet ein bewegender Film vor dem Hintergrund europäischer Hilflosigkeit.

31. Januar 2024

Durch Zufall im unendlichen Reich der neu veröffentlichten Musik etwas gefunden, Vorbote für ein bald erscheinendes Album: Worakls - Furia Electronica - hier live in Strasbourg am 19. Januar 2024, oder nur akustisch"Auf seinem Album 'Furia Electronic' schafft er ein einzigartiges Gleichgewicht zwischen zukunftsorientierter elektronischer Musik mit klassischen Elementen. Eine Welle von Dubstep-artiger Energie schallt durch das Stück und vereint unterschiedliche Epochen und Stile in einer unvergleichlichen Harmonie. Mit filmischer Tragweite, zeitloser Resonanz und dem Geist des 22. Jahrhunderts werden die Dynamiken und Nuancen seiner überwältigenden Musikalität in den Fokus gestellt."

"... Verfassungsschutzbehörden dürfen unter anderem Informationen sammeln »über Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung« gerichtet seien." so heißt es heute in den Berichten über Hans-Georg Maaßen ... da habe ich jetzt Hoffnung, dass der Verfassungsschutz wachsamer ist als zu der Zeit, als er ihn noch leitete.

"Der rassistische Anschlag vom 19. Februar 2020 hat Hanau-Kesselstadt verändert. Nach dem Anschlag halten Hinterbliebene, Eltern, Geschwister und Freunde der Opfer zusammen und versuchen gemeinsam, mit den Folgen der Tat umzugehen. Sie organisieren sich politisch, kämpfen um die Aufklärung der Tat und gegen Rassismus. Und sie fordern Konsequenzen bei Behörden, von denen sie sich im Stich gelassen fühlen. So entsteht ein neues Wirgefühl bei den Menschen aus Kesselstadt, die weiterhin in unmittelbarer Nachbarschaft mit dem Vater des Täters leben müssen. Der Film ist Teil der Trilogie "Einzeltäter", die sich Menschen widmet, die bei den rechtsextremen Anschlägen von München 2016, Halle 2019 und Hanau 2020 Angehörige verloren haben. Julian Vogel richtet in seinem Dokumentarfilm "Einzeltäter" den Blick auf die Hinterbliebenen der Opfer der rechtsterroristischen Attentate. Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen der Trauerarbeit der Betroffenen und der politischen Deutung der Tat?"  Hier kommen ausschließlich die Opfer zu Wort, empathisch ... Im ZDF wird Einzeltäter Teil 3: Hanau am 20. Februar ausgestrahlt.

30. Januar 2024

Bei Radio1 vom rbb in dieser Woche das Album der Woche:  von The Smile - Wall Of Eyes"Jedes Ende kann als Neuanfang interpretiert werden. Als hoffnungsschimmernder neuer Weg, den man vielleicht einschlagen sollte, um sich und die Welt zu retten. The Smile ist dafür wohl selbst das beste Beispiel: Das Projekt kam während des Lockdowns zustande – inspiriert von der Freude zumindest kreativ sein zu können; mit Freunden zu sprechen und gemeinsam Musik zu machen. Mit dem Debütalbum „A Light for Attracting Attention“ vor knapp zwei Jahren und anschließender Tour kam auch eine neue Intimität zwischen Yorke, Greenwood und Skinner, die seither weitere Songs generiert hat." Schon das Video selber ein echtes Thom Yorke-Original!

Heute wieder im Filmhauskino beim Dokumentarfilmfest#26 - Stranger Than Fiction. Premiere der Doku 'Ich möch zo Fooß nah Kölle jonn'. Die Regisseurin Lilli Scholz ist selber Teil des Films und auch heute anwesend: "Der Dokumentarfilm begleitet Lilli bei der Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte. Seit 6 Generationen lebt ihre Familie auf einem gemeinsamen Grundstück in Köln Nippes. Die Historie dieses Familienhofes möchte Lilli genauerer erfahren. Dazu befragt sie ihre Großtante, die mit 85 Jahren die Familienälteste ist, zu ihrem Lebensweg und der Familienchronik.

Alice wuchs zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs in Köln auf. Sie musste mit ihren Geschwistern, ihrer Mutter und Oma aus der Heimat fliehen. Ihren Zufluchtsort hatten sie in der Sächsischen Schweiz gefunden. Nach der Kapitulation Deutschlands begaben sie sich schnellstmöglich auf den Weg zurück nach Köln. Op kölsche Art - Zo Fooß. Den damals gegangenen Weg von etwa 800 km geht Lilli nun nach, um sich auf die Spuren ihrer Vorfahren zu machen und sich mit den Erzählungen intensiv auseinanderzusetzen. Dieser Weg dient als Rahmenhandlung einer Geschichte, die, durch die Begegnung mit Vergangenem und einer Annäherung von Generationen, eine Chance bietet aufeinander zuzugehen und in den Dialog zu treten," so die Filmankündigung. Tatsächlich war der Film ein Highlight! Eine interessante Familiengeschichte, eine Kölner Geschichte, eine Begegnung mit der Vergangenheit und ein Erstlingswerk einer jungen Regisseurin ... durch Zufall hatte ich ja gestern den letzten Platz in der ersten Reihe noch ergattert. Heute wunderte ich mich, dass ich neben den Verwandten der Regisseurin saß. War dadurch besonders interessant, denn ich erhielt noch etliche Details und Kommentare zusätzlich.

Unten der Komponist Willi Ostermann mit dem Text des alten Kölner Karnevalslieder - hier aus dem Refrain stammt die Zeile 'Ich möch zo Fooß nah Kölle jonn'. Screenshot einer inzwischen nicht mehr erhältlichen Postkarte aus dem Jahr 1936.

29. Januar 2024

"Anhänger der AfD reagierten empört auf den Sieg des CDU-Abgeordneten bei den Landratswahlen im Saale-Orla-Kreis. Als Herrgott bei einer Veranstaltung auf die Bühne kam, hätten AfD-Unterstützer gegen den CDU-Mann „gepöbelt“, berichtet der Deutschlandfunk. „Da wurde ‚haut ab‘ skandiert“, berichtet ein Korrespondent des Senders. Als das Ergebnis der Wahlen fest stand, habe es außerdem Sprechchöre zur Unterstützung des AfD-Kandidaten Thrum gegeben. „Unterstützer des AfD-Kandidaten sangen dann auch noch das Deutschlandlied“, heißt es im Deutschlandfunk. Thrum selbst spielte den Sieg Herrgotts herunter und behauptete nach der Wahl, dass der CDUler nur mit den „Stimmen von rot und grün“ gewonnen habe," so die Frankfurter Rundschau heute online. Bin gespannt, wie es mit dem Anpöbeln weiter gehen wird.

Das war ja keine gute Nachricht: Kinovorstellung ausverkauft ... "Soll ich Sie auf die Nachrückliste setzen?" ... nun ja, Nachrückplatz Nr. 5! Aber so kann das passieren auf dem Dokumentarfilmfest STRANGER THAN FICTION. Man muss eigentlich immer damit rechnen, denn jeder Film läuft nur einmal. Habe gleich für morgen eine Karte für den nächsten Film gekauft: "Ich möch zu Fooß nah Kölle jonn" gekauft - und bekam die letzte in der ersten Reihe ganz links, immerhin. Heute hat es auch geklappt, dann man hatte Mitleid mit mir. Ich bekam einen Klappstuhl vorn rechts neben der ersten Reihe!

"27 Stockwerke, 10.000 Menschen: Der weltberühmte Wohnpark Alterlaa in Wien gilt als ikonisches Monument sozialer Utopie. Vom größten sozialen Wohnpark Österreichs und seinem einstigen Glücksversprechen an seine Bewohner:innen handelt der humorvolle Debüt-Dokumentarfilm

27 STOREYS - Alterlaa forever von Bianca Gleissinger. Die Regisseurin kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück und begegnet dort seinen verschrobenen wie liebenswürdigen Bewohner:innen – im Schießverein, im Freddy Quinn-Museum oder am Pool auf dem Dach – und gewährt damit tiefen Einblick in ein soziales Biotop. “Wohnen wie die Reichen für alle“ war 1970 die utopische Prämisse des Architekten mit dem klangvollen Namen Harry Glück. Aber was ist von jenem Pioniergeist übriggeblieben? Dieser Film ist eine witzige, sehr persönliche Annäherung an einen besonderen Ort und eine Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln," so die Ankündigung. Die Österreicher haben dazu noch einen köstlichen Humor ...

28. Januar 2024

Trotz des Abbruchs des 6-Tage-Streiks, 'Gewinner ist die Straße', so die ZEIT. "Durch den Bahnstreik sind wir gezwungen, Bahntransporte im großen Stil auf Lkw zu verlagern", sagt Uwe Liebelt, Präsident der European Verbund Sites bei BASF. Der Konzern verschiebe Lieferungen, im Regionalnetz würden eigene Lokführer eingesetzt und manche Produkte in Containern zwischengelagert, um Puffer zu schaffen. Trotzdem: "Die extrem lange Streikdauer wird zu unvermeidbaren Brüchen in etablierten Lieferketten führen." Die Kritik von BASF fällt dementsprechend deutlich aus: Der Streik folge zu dicht auf den letzten, die Vorbereitungszeit sei zu kurz gewesen, zudem habe man noch mit den Folgen des Schneefalls in Süddeutschland zu kämpfen. Die Aktion schade der internationalen "Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland, welche durch hohe Energie- und Rohstoffkosten schon unter erheblichem Druck steht". Selbst wenn ein Unternehmen sich gut vorbereitet – all das Einlagern, Umplanen und Umschichten geht ins Geld. "Ein eintägiger bundesweiter Bahnstreik kostet etwa 100 Millionen Euro am Tag an Wirtschaftsleistung", sagte der Konjunkturchef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Michael Grömling, der Nachrichtenagentur Reuters. Nach sechs Tagen könne so ein Streik sogar eine Milliarde Euro kosten, weil sich manche Ausgaben multiplizierten. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die Wachstumsprognosen für dieses Jahr gerade erst gesenkt wurden."  Das hatte ich auch so vermutet, auch wenn ich das Streikrecht als hohes Gut schätze. Allerdings hat mich die mangelnde Gesprächsbereitschaft Weselskys und sein reißerisches Vokabular, sein krawalliges Auftreten ("Nieten in Nadelstreifen" u.ä.), seine One-Man-Show schon ziemlich gestört ... vor allem vor dem Hintergrund, dass er jetzt in Ruhestand geht.   

27. Januar 2024

Eine Nachricht, die an eine tragische Geschichte erinnert: Heute vor 80 Jahren wurde Blockade von St. Petersburg beendet.

Eine gute Nachricht: "Erneuerbare Energien weltweit wohl schon 2025 wichtigste Stromquelle", so die Internationale Energie-Agentur. Allerdings: Man zählt Atomkraft dazu ... also keine reine Freude ...

Und die Proteste gehen weiter: "Gegen die AfD, wir schweigen nicht", so die 100.000 Teilnehmer allein in Düsseldorf! Eine wirklich gute Nachricht ...

Und für die Ohren gibt es auch etwas Neues - von Worakls: Furia Electronica  ... oder live: Und noch zwei Leckerbissen: Worakls - début de show (Strasbourg 19.1.2024) und: Unreleased ft. Apashe / Hortari (Strasbourg La Laiterie 2024)

'Ich gestehe' ...  eigentlich sehe ich die Krimiserie 'Donna Leon', weil ich begeistert bin von den dekadenten, morbiden Bildern der alten Stadt Venedig ... und die netten Familien- und Kommissario-Geschichten kommen dann noch dazu. Einfach ein Genuss. Doch langsam fehlt es an Nachschub. Die bisherigen Folgen habe ich mir schon bestimmt 3 x angeschaut - auf dem Bildschirm links neben dem PC-Monitor.

26. Januar 2024

"König Artus und Gott Thor stehen ihrer größten Herausforderung gegenüber: Wie weit sind sie fähig und bereit, sich mit den Vorurteilen auseinanderzusetzen, nach denen sie sich die Welt zurechtgelegt haben, dem Patriarchat, ihrem Sexismus und den männlichen Stereotypen? SURVIVING MEN ist eine interaktive Aufführung zwischen Popkultur und sozialpsychologischer Untersuchung – und über neue Helden! Futur3 und Cie De Facto (Schweizer Ensemble), verflechten ihre künstlerischen Linien – recherchebasierte, soziopolitische Untersuchung und fiktionales Theater – um in SURVIVING MEN die Mechanismen und Auswirkungen von Vorurteilen humorvoll zu beleuchten. Ausgehend von dem Bestseller „Die Natur des Vorurteils“ von G. W. Allport und im Spiel mit den Sprachbarrieren der Beteiligten Ensembles (Deutsch und Französisch) ist das Publikum eingeladen, die Helden des Stücks bei ihrer Auseinandersetzung mit Männlichkeitsstereotypen zu begleiten." Damit ist alles gesagt, außer: Jede Futur3-Aufführung ist ein MUSS!

Es gibt viele Sprüche im Netz - viele nerven. Aber wenn Anja Plaschg ("Soap & Skin") etwas postet, dann trifft es den Punkt. Hier ein Auszug aus der Rede der Nobelpeisträgerin Elfriede Jelinek auf der Demo gegen Rechtsextremismus in Wien heute Abend:

25. Januar 2024

Felix Kummer, Sänger der Band Kraftclub, hat in Spiegel-online ein Interview über rechte Gewalt gegeben: "Verständnis bringt gar nichts". Mit "9010veröffentlicht Felix Kummer einen melancholischen Rap-Song über die rechte Gewalt in seiner Heimat Chemnitz. Ein Gespräch über wegschauende Politiker, eine deprimierte Stadt und #wirsindmehr-Konzerte," ein lesenswertes Interview, vor allem für die, die Verständnis für AfD-Wähler einfordern ...

In seinem Radio1-Sekundenspott am Vormittag "Denkpause", heute: "Die Natur ist wirklich weise: Der Mensch hat zwei Ohren und nur eine Zunge. Er sollte eben doppelt so viel hören wie reden." (William Somerset Maugham, Dramatiker) - wieder einmal originell!

Nach 20 Jahren ein Wiedersehen mit einem Klassiker im TV: Swimming Pool aus 2003. Die Krimiau-torin Sarah Morton, gespielt von der wunderbaren Charlotte Rampling, versucht, in dem abgelegenen Landhaus ihres Verlegers eine Schreibblockade zu überwinden. In die ruhige Idylle platzt eines Tages Julie, die lebenslustige Tochter des Verlegers. "Deren turbulentes Liebesleben erweist sich schon bald als wunderbare Inspirationsquelle für Sarah. Mit dem Auftauchen einer Leiche nehmen die Ereignisse plötzlich eine düstere Wendung", so der Ankündigungstext ... ein Klassiker!

24. Januar 2024

Eigentlich kannte ich den Film über Helga Schubert nur aus der Kino-Vorschau - hat mich sehr neugierig gemacht: "Archivaufnahmen und Gespräche mit Wegbegleitern ergänzen das ruhige Porträt einer enorm agilen, wachen Frau, die gerne und ausführlich über ihr bewegtes Leben erzählt. Eine Flucht aus der DDR kam für Helga Schubert nie in Frage, trotz vieler Möglichkeiten während Lesereisen in den Westen. Zu sehr hätte sie ihren Wohnort in Mecklenburg-Vorpommern, ihre graue Heimatstadt Berlin, Freunde und Familie vermisst. Doch im Gegensatz zu vielen anderen wollte sie die DDR nicht verändern, nicht reformieren, es war ihre Heimat, nicht mehr und nicht weniger. Ende der 80er Jahre, nachdem der vom DDR-Regimme verhasste Marcel-Reich Ranicki nicht mehr dem Bachmann-Preis vorstand, konnte Helga Schubert Jurorin werden, in den letzten Jahren der DDR. Dass sie diesen wichtigen deutschsprachigen Literaturpreis viele Jahre später doch noch gewinnen würde, mag man als ironische Pointe einer langen literarischen Karriere verstehen, der Jörg Herrmann mit „Sonntagskind – Die Schriftstellerin Helga Schubert“ ein sehenswertes, vielschichtiges Porträt widmet," so 'Programmkino'. Eine wirklich interessante Frau, in mehrfacher Hinsicht. Nun muss ich mal schauen, was ich im umfangreichen Bücher-Nachlass meiner Eltern und Großeltern über Helga Schubert finden werde.

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© Klaus Kirschbaum