Willkommen bei Klaus Kirschbaum in Köln
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Proseken

Als wir am 19. Oktober 2019 in Proseken, Ortsteil von Gägelow, ausstiegen, um uns den Ort und die alte Kirche anzuschauen, stellten wir fest, dass am Vortag hier eine Feier stattgefunden hatte: 30. Jahrestag der friedlichen Revolution am 18. Oktober 1989, jedenfalls hier in Proseken, wo sich damals mehr als 1000 Menschen in und vor der Kirche versammelten. Das war weit vor der tatsächlichen friedlichen Revolution in der damaligen DDR. Hier der Zeitungsartikel dazu. Hieran erinnerte eine Ausstellung vor und in der Kirche.

Fritz Kalf, der Initiator vor Ort und erster Bürgermeister von Gägelow nach der Wende, starb vor mehr als 10 Jahren. Unten sein Grabstein mit der Aufschrift: "Nutze den Tag, es ist später als du denkst"

Nach Schlie (Bd. 2, S. 321) gab es die Kirche bereits 1222. Viel hat sich in den Jahrhunderten hier nicht verändert; die Kalksteintaufe ist auch schon aus dem 13. Jh., die Kanzel aus 1656, der Altar aus 1733.

Das Innere der Kirche ist zumindest seit 140 Jahren unverändert (Schliee, Bd. 2, S. 324a)

Alte Wappen von Gutsherren, Todestafeln aus längst vergangenen Zeiten ... keine Seltenheit in den alten Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Unten eine der Tafeln ehemaliger Gutsherrn des Orts. Ansonsten sind die letzten Tafeln in mecklenburgischen Kirchen in der Regel die mit den Toten aus dem Ort - nach den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71. 

Am Tag des Besuchs in Proseken gab es einen ganzseitigen Artikel in der Ostsee-Zeitung ... meine Meinung wurde wieder einmal bestätigt: Es waren in erster Linie die evangelischen Pfarrer, die evangelische Kirche und ihre Anhänger, für die damiligen Verhältnisse sehr mutige Leute, die sich gegen die SED und ihre Spitzel aufgelehnt haben, friedlich und ohne Waffen - niemand anders. 

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© Klaus Kirschbaum