Willkommen bei Klaus Kirschbaum in Köln
Willkommen bei Klaus Kirschbaum in Köln

Juni 2026

5. und 6. Juni 2026

Weinwanderwochenende mit Freunden in der Gegend von Saale und Unstrut - wie in jedem Jahr. Heute habe ich erfahren, dass es nach Kaatschen geht, 44 Autominuten von Weißenfels entfernt, wo ich am Wochenende wieder übernachte ...

Tolles Wetter, zünftige Verpflegung, nette Leute, leckerer Wein ... in einer pitoresken Gegend zwischen Burgen, alten Gasthöfen und wunderschönen Weinbergen ... was will man mehr!

4. Juni 2026

Heute im frisch renovierten EL-DE-Haus, dem NS-Dokumentationszentrum, mit interessierten Flüchtlingen. Vor allem interessant die Inschriften in den Zellen des Folterkellers ...

"Ein Sommer in Paris" ist da das ziemliche Alternativ-Programm! "Paris im August 2024: Die Olympischen Spiele sind in vollem Gange, und die 30-jährige Blandine trifft in der Stadt ein. Blandine will sich die Schwimmwettkämpfe vor Ort ansehen und bei der Gelegenheit ihre Halbschwester wieder treffen, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr und deren Tochter sie nie kennengelernt hat. Die junge Frau lebt in der Normandie und hat sich dort an ein ruhiges und abgeschiedenes Dasein gewöhnt. In Paris taucht sie in das pulsierende Stadtleben ein, in dem andere Regeln zu gelten scheinen. Im Laufe ihres Aufenthalts lernt sie Menschen kennen, verläuft sich, zögert, versucht, alte Fäden aufzunehmen und neue zu knüpfen, und lässt sich durch das Herz einer Stadt treiben, die im Zeichen dieses außergewöhnlichen Ereignisses steht. Mit den Augen von Blandine sehen wir ein Paris im Ausnahmezustand - und verstehen, dass die Eventgesellschaft auch die identitätsstärksten urbanen Räume fundamental verwandeln kann," so das "Fünf Seen Filmfestival" im Netz … eine zarte Geschichte, die von der Mimik der Hauptdarstellerin lebt.

3. Juli 2026

Seitdem ich im letzten halben Jahr die Begleitung bei der Integration von fünf afghanischen Flüchtlingen und einer afghanischen Familie übernommen habe, warte ich darauf, dass in einem Kino ein Film auf Farsi (Persisch) läuft. Heute ist es gelungen - und das auch mit einem interessanten Thema im Odeon: "In ihrem Dokumentarfilm „The Second Breath“ (Nafas-e Dovom) begleitet Regisseurin Mojgan Ilanlu FrauenrechtlerInnen und von Gewalt betroffene Frauen im Iran mit der Kamera. Sie zeigt, wie die herrschenden Politiker Gewalt gegen Frauen nicht nur bewusst ignorieren, sondern durch öffentliche religiöse Diskurse und durch die Verhinderung von Verbots-Gesetzen auch legitimieren und rechtfertigen. Die Filmemacherin legt dar, dass die iranischen Machthaber selbst die primäre Quelle für die Förderung von Gewalt gegen Frauen sind. Frauen und Mädchen werden unter Straffreiheit und ohne jegliche rechtliche Verfolgung gefoltert, enthauptet, verbrannt und ermordet. Der Film offenbart: Obwohl die Machthaber mit äußerster Härte gegen Frauen vorgingen, leisteten die iranischen Frauen über Jahre hinweg umfassenden Widerstand – ein Widerstand, der schließlich in der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ gipfelte. Mojgan Ilanlu – die selbst als Frauenrechtsaktivistin tätig ist und mehrfach verhaftet sowie vor Gericht gestellt wurde – schloss sich während der Dreharbeiten zu diesem Film der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ an, legte ihr Kopftuch ab und wurde daraufhin inhaftiert. Sie verbindet ihre ganz persönliche Geschichte mit dem Thema „Gewalt gegen Frauen“. Sechs Jahre lang (von 2018-2024) nahm die Fertigstellung des Films in Anspruch. Letztlich zeigt sie dem Publikum in diesem Film auf, welche Faktoren über viele Jahre hinweg zur Entstehung der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ im Iran führten und warum Frauen ihr Leben riskierten, um sich gegen die bewaffneten Machthaber zu erheben," so die Filmankündigung. Meine Mentees haben sicherlich alles richtig verstanden - erfreulich, dass für mich die Untertitelung nicht auf englisch war, wie angekündigt, sondern auf deutsch … Mojgan Ilanlu, die Regisseurin war selber anwesend und konnte viele Fragen beantworten. Der Film ist 3 x geschnitten worden, auf schließlich nur 53 Minuten. Sie hatte befürchtet, dass die weniger geschnittenen Versionen die Grenzen des Ertragbaren für viele überschritten hätten.

Jetzt weiß ich auch, warum die Strohblumen vor meiner Haustür mal offen, mal geschlossen sind ... bei Regen geschlossen, bei Sonne offen ...

2. Juni 2026

Das ging ja heute durch alle Variationen von Presse: Der Kölner Dom kostet 12 € Eintritt ab 1. Juli 2026. Für Gottesdienstbesucher und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der Dom kostenfrei - ich weiß nur nicht, wie ich das nachweisen kann, dass ich dort Mitglied bin. Aber an bestimmten Tagen im Jahr gibt es nach wie vor freien Eintritt: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt. Das ist dann die Lösung für mich und meine Übernachtungsgäste …

Das Fazit von filmstarts.de war nicht sehr wohlwollend: "Trotz des Wiedersehens mit dem ikonischen Cast und einiger gelungener Modernisierungen bleibt die Fortsetzung erzählerisch hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar sorgt „Der Teufel trägt Prada 2“ immer wieder für stilvolle und nostalgische Unterhaltung, doch die vorhersehbare Handlung und die blassen Nebenfiguren verhindern, dass der Film zu mehr wird als ein emotional kühleres Echo seines Vorgängers." Aber 20 Jahre nach dem ersten 'Prada' war das sicherlich ein interessantes Wiedersehen - zumal auch alle vier Kinder Interesse hatten. Aber zeitlich bedingt schafften es nur drei von ihnen heute ins Cinenova …

1. Juni 2026

Eine wichtige Einrichtung von Amnesty International: die Urgent Actions!  "Anna Arkhipova, Yan Ksenzhepolsky, Evgeniy Zateev, Pavel Sinelnikov und Vasiliy Neustroev wurden im April 2026 wegen mutmaßlicher Verbindungen zur russischen Demokratiebewegung Vesna zu langen Haftstrafen verurteilt: Sie reichen von 6 Jahren und 2 Monaten bis hin zu 12 Jahren. Seit der Gründung von Vesna im Jahr 2013 haben die Mitglieder der Jugendbewegung zahlreiche friedliche Protestaktionen in Russland organisiert und besucht. Im Oktober 2022 wurde die Bewegung als "ausländischer Agent" eingestuft und im Dezember als "extremistisch" verboten.  Grundlage des Prozesses waren Social-Media-Beiträge, in denen der Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert und zu friedlichen Protesten aufgerufen wurde. Die Staatsanwaltschaft konnte diese Beiträge jedoch nicht eindeutig zuordnen. Darüber hinaus sind sowohl die Beiträge als auch friedliche Protestaktionen durch die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit geschützt, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbrieft sind. Auch der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, dessen Vertragsstaat Russland ist, und die russische Verfassung garantieren diese Rechte," so Amnesty … Bei uns gibt es Menschen, die behaupten, dass man bei uns nicht mehr seine Meinung sagen darf. Das ist natürlich Unsinn, denn es hat keinerlei negative Folgen. Aber was mit Menschen passiert, die gegen Krieg und für Meinungsfreiheit protestieren, das wird in Putins Russland täglich vorgeführt!

"EREN ist das Portrait von Eren Keskin, die seit über 30 Jahren in der Türkei für Pressefreiheit und die Rechte von Frauen, LGBTIQ+ sowie andere Minderheiten kämpft und sich gegen Folter und staatliche, sexualisierte Gewalt einsetzt. Die türkische Regierung hat sie schon lange zum „Staatsfeind“ erklärt. Über 100 Verfahren laufen gegen sie, doch EREN lässt sich nicht einschüchtern, auch wenn sie jeden Moment verhaftet werden kann. Der Film begleitet die Anwältin und Aktivistin über mehrere Jahre hinweg und gibt intensiv Einblick in ihre Arbeit. Ihr Kampf gleicht dem von David gegen Goliath: Kann sie ihn überhaupt gewinnen? Gibt es überhaupt die Hoffnung, dass sich in absehbarer Zeit etwas zum Positiven verändert in der Türkei?" so Emre Koca für das Filmhauskino. Wenn man die Nachrichten der letzten Wochen verfolgt hat, muss man den Eindruck haben, dass alles immer noch schlimmer kommen kann. Gestern erhielt die Menschenrechtsanwältin Eren Keskin in Köln in Abwesenheit den Gerhart-Baum-Menschenrechtspreis. 

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© Klaus Kirschbaum